Ausbildungstagebuch

Liam's Ausbildung im Februar 2013

07.02.

Ines war wieder da! Als ich das Pony heute aus dem Auslauf gefischt habe, war schon klar, dass Liam KEINE LUST hat. Trotzdem hatten wir dank Ines' magischer Präsenz eine positive und konzentrierte Stunde :)

Wir haben Handarbeit gemacht und das war so viel besser als sonst! Liam hat sich ganz toll lenken lassen, ist nicht (nur ganz wenig) über die Schulter ausgefallen. Wir haben die Bahnfigur Durch-den-Zirkel-Wechseln in dieser Position geübt, was zwar noch nicht so elegant war, aber trotzdem hat er ganz toll auf den äußeren Zügel gehört. Für mich war wichtig, neben seiner Schulter zu bleiben, auch wenn er Ansätze zum Über-die-Schulter-driften zeigt. Ines hat anschaulich erklärt, dass ich ihn nur um die Kurve ziehe und ihn nicht einrahme (und er folglich immer mehr abdriftet), wenn ich nicht neben ihm bleibe. Auch haben wir Stellung in dieser Position verlangt, mit positiven Ansätzen (Gerte touchiert dabei die Schulter, falls er kippen sollte)!

Die nächste Sache, die wir geübt haben war wieder Vorhand- und Hinterhandwenden für jeweils einen Schritt. Liam war da auch deutlich besser als letztens – er fängt zwar immer noch an, ganz viel wahllos seitwärts zu driften, aber das Büffeln war weg :) und einen Tritt haben wir hinbekommen zu jeder Seite. Ganz sauber ist es noch nicht, z.B. läuft die Hinterhand meist noch einen Ticken mit beim Vorhandverschieben... trotzdem sehr viel besser!

Zum Abschluss haben wir noch ein wenig longiert im Trab und haben auch durch den Zirkel-Wechseln abgerufen, was in Anbetracht der Tatsache, dass wir das nicht mehr so fleißig geübt haben, wirklich okay war. Bis morgen!

08.02.

Ines war heute wieder da! Liam ist in letzter Zeit immer öfter eine Mischung von unzufrieden, überfordert und dominant, und ich bin froh, dass wir Ines haben! Wir waren heute witterungsbedingt vorne auf der Wiese vor dem Hof, da der Reitplatz sehr tief war. Die ‚neue' Umgebung hat Liam doch mehr gefordert (etwas, dass ich leider nicht immer gleich merke...).

Daher haben wir Bekanntes nämlich Schulterbalance mit Kappzaum (und Sattel) geübt. Man kann wirklich nicht sagen, dass Liam sich nicht angestrengt hat. Probleme waren, dass er immer nach Hause driften wollte und dass er auf dem abschüssigen Stück immer schneller wurde. Der Drang, in den sicheren Hof zu kommen, hat ihn vor allem bergab auf den Hof zu ziemlich aus der Balance gebracht.

Einmal, als er sich unsicher gefühlt hat, hat er es erst total übertrieben mit der Abstellung und ist dann, als ich getrieben habe, damit er wieder normal vorwärts geht, sogar etwas gestiegen! Aber: kurz Schimpfen und weitermachen. Ich finde, da war sowohl ganz starkes Bemühen und Kooperation, aber auch Dominanz und Frust bei Liam zu sehen... gut dass wir Ines haben. Danach hat Liam unproblematisch weitergemacht, aber hat aufgehört, seine Schulter zu verschieben und ist immer mehr nach innen gekippt. Da war dann die Konzentration endgültig erloschen und er war einfach nur noch müde und konnte sich nicht mehr ausbalancieren.

Wir waren dann noch kurz auf dem Platz zum Traben mit Körperbandage und das hat gut geklappt. Er war froh, wieder in bekanntem Territorium zu sein, trotz tiefen Boden. Alles in allem war es eine gute Sitzung, aber hat für mich viel Stoff zum Überlegen aufgeworfen...

12.02.

Ines war wieder da! Heute war eine ganz tolle Sitzung, besonders, da Liam in der Zwischenzeit so unzufrieden und auf Krawall gebürstet war.

Wir haben es uns heute daher leicht gemacht, sprich wir waren auf dem Platz wo Liam sich sehr sicher fühlt. Dafür haben wir heute viel erreicht, finde ich!

Am Anfang war Liam mal wieder muffig und mürrisch, was sich aber im Laufe der Einheit gelegt hat. Zuerst haben wir frisch traben lassen mit der Körperbandage; besonders sollte er im Trab seine Tritte verlängern, was er zwar noch nicht so gut umsetzen kann, aber es wird. Das Durch-den-Zirkel-wechseln hat sehr gut geklappt, zwar noch nicht wie ein Profi aber z.B. lässt er sich bei der Übung gut die Schulter mit leichtem Gertenzeig in die neue Richtung schicken.

Dann haben wir noch Handarbeit gemacht und da hat das gute Pony geglänzt :) Ich fand, da war ein hohes Maß an Kooperation und Konzentration. Auch ‚anspruchsvollere' Figuren wie Volten haben wir gut hingekriegt und er hat zufrieden angehalten, angetreten, und relativ kontrolliert rückwärtsgerichtet. Ines hat meine Hilfengebung und mein gutes Timing für Bestätigung und Korrektur gelobt, das besonders bei der Handarbeit gut klappt – deshalb macht Liam da auch so gut mit. Ich freu mich auf nächstes Mal!

21.02.

Ines war wieder da! Heute war eine gute Einheit, obwohl Liam irgendwie dickfelliger und weniger sensibel war als sonst. Er ist mir immer wieder sehr nahe gekommen und ich hatte das Pony praktisch ständig auf dem Schoß, besonders wenn es um Leckerlies ging – also mussten wir das üben. Auch Stehenbleiben war heute nicht immer seins. Er hat auf ein normales Tippen an der Schulter zum Ausweichen nicht mehr reagiert und ich musste z. B. viel mehr Druck machen, um ihn rückwärts zu richten. Beim In-den-Zirkel-kommen zum Handwechsel hat er auch ganz schlecht reagiert, als ob er gar nicht mehr so genau weiß, was das sein soll! :) Beim letzteren hat Ines die Anweisung gegeben, nicht auf Höhe seiner Schulter zu stehen und ihn zur Seite in den Zirkel hereinholen zu wollen, sondern Zugeständnisse zu machen und mehr nach vorne vor sein Gesicht zu treten. Da klappte es dann besser. Trotz alledem war er heute überhaupt nicht konfrontativ oder schlecht gelaunt.

Eine Sache, die es für Liam wohl auch schwieriger macht, mich klar zu verstehen, ist meine Angewohnheit dauernd ‚Komm' zu sagen – auch wenn ich gar nicht antreten möchte sondern vielleicht zurück! Das wird schwierig auszumerzen...

Dann haben wir mit der Handarbeit angefangen; zuerst hat es nicht so gut geklappt, Liam ist viel über die Schulter ausgebrochen. Aber dann hat Ines mir die Anweisung gegeben, mir mehr vorzustellen, dass ich draufsitze, also dahin gucke wohin Liam laufen soll und meinen Körper auch mehr in diese Richtung auszurichten und immer ganz nah an seiner Schulter zu bleiben. Das hat gut geklappt! Außerdem haben wir in dieser Position durch die ganze Bahn wechseln, woraufhin ich natürlich außen war.

Hinterhand-und Vorhand-Verschieben hat gut geklappt. Liam hat sich wie immer zuviel bewegt und mehr Schritte gemacht als notwendig, aber wir haben alle vier Varianten (Vorhand nach rechts und links, Hinterhand nach rechts und links) ziemlich erfolgreich durchgeführt.

Abschließend haben wir noch longiert mit Sattel mit einem kleinen Gepäck aufgeschnallt! Wir haben einen Strohbeutel draufgebunden, was im Sattel ordentlich mitgewippt ist und komische Geräusche gemacht hat. Liam hat das ganz toll gemacht! Er hat sich zwar offensichtlich nicht hundertprozentig sicher gefühlt und hat ein bisschen besorgt ausgesehen, aber er ist sehr lieb getrabt und hat zu keiner Zeit versucht, seine ‚Last' loszuwerden.