Ausbildungstagebuch

Liam's Ausbildung im September 2012

15.09.

Wir haben die Lehrerin gewechselt und haben bis jetzt zweimal Unterricht gehabt. Und ich muss sagen, ich fühle mich sehr positiv mit der ganzen Sache.

Ines hat uns zuerst einmal die Diagnose freches Pferd / nachlässige Hilfengebung gestellt, was natürlich nicht soo schön zu hören ist...

Die Sachen, die wir geübt haben waren: 1) Stehenbleiben 2) nicht Büffeln 3) nicht Überholen. Liam fand das überhaupt nicht toll, hat aber zugehört (einigermaßen). Das Argument, warum Liam beim Führen nicht vor mich kommen sollte, hat mich sehr überzeugt, und deswegen wiederhole ich es: Nur wenn das Pferd gelernt hat, neben dem Führenden zu gehen und nicht zu überholen, kann später z.B. Schulterherein vom Boden aus richtig gelingen. Natürlich ist dieser Punkt der Führarbeit auch wichtig, damit man das Pferd in schwierigen Situationen gut unter Kontrolle hat und es nicht abdüst, aber das kann ich mir nicht so gut vorstellen bei Liam. Er ist bisher eher der gemütliche Typ.

Ich muss sagen, dass Liam sich da ganz schnell gebessert hat: nach dem ersten Training war ich mit ihm im Gelände und es war SEHR viel schöner ohne das laufende Gras fressen, und wir haben die Erkenntnis, dass wir so viel weniger Stress haben, und auch weniger Streit....

20.09.

Ein neues Update! Ich habe das Gefühl, dass wir, obwohl wir noch mal ganz am Anfang ansetzen mussten, trotzdem ganz schön schnell vorankommen!

Inzwischen haben wir mehr Führtraining gemacht, Stehenbleiben üben, unser Rückwärtsrichten-Problem (dessen ich mir gar nicht so bewusst war!) gelöst, und haben Führen zwischen zwei Händen gemacht. Und wir haben angefangen, an seiner Schulterbalance zu arbeiten. Das ist sehr aufregend, auch reittechnisch gesehen!!

28.09.

Ines war da!

Wir haben Halten auf einer Plane geübt, ein bisschen über Stangen gehen, und dann viel In-Stellung-Führen. Liam macht es sehr schön auf der rechten Hand, manchmal überstellt er sich und kommt auf mich zugekippt, aber trotzdem hört er meistens sehr gut zu. Auf der linken Hand bleibt es schwieriger, aber heute fand ich waren einige gute Tritte dabei. Wir haben auch Volten geübt, und das Antraben in Stellung! Er ist immer noch sehr reingekippt beim Antraben, aber das wird noch. Das Hauptproblem ist derzeit, dass er immer mit der Nase am Boden ist und so stark auf der Vorhand ist. Es fühlt sich einfach nicht so gut an, immer seine Nase hochholen zu müssen. Ines sagt, das ist am Anfang normal, dass er sich versucht, vermehrt über die Vorhand auszubalancieren, weil die Vorhand der Teil des Körpers ist, auf dem er naturgemäß immer mehr Gewicht trägt als auf der Hinterhand. Wir sind ja gerade erst dabei, ihm beizubringen, wie er sich anders (mehr Gewicht auf die Hinterhand, Schulterbalance) ausbalancieren soll. Teilweise war er aber sehr fleißig im Schritt, fand ich!

Obwohl Liams Laune zu Anfang nicht hundertprozentig war, finde ich verbessert sie sich immer im Laufe der Einheit.