Pferdeausbildung Pro Pferd

Pferdeausbildung beginnt nicht erst in dem Moment, in dem der Mensch beschließt, dass sein Pferd nun etwas lernen soll und sich selbst daran macht oder sich professionelle Hilfe holt. Pferdeausbildung findet immer dann statt, wenn wir uns mit unserem Pferd beschäftigen. Das Pferd lernt immer etwas – egal ob wir ihm gerade etwas beibringen wollen oder uns nur ganz beiläufig in seiner Nähe aufhalten. Pferde sind sehr genaue Beobachter und lesen in unserer Körpersprache z.B. auch Dinge, die wir ihnen eigentlich gar nicht beibringen wollen. Zum Beispiel, dass wir schnell auf Abstand gehen, wenn das Pferd mit dem Kopf nach einer Fliege schlägt und wir „im Weg stehen". Bereits hier beginnt Pferdeausbildung, denn das Pferd lernt bereits etwas. Etwas, das es eigentlich nicht lernen soll. Nämlich „Der Mensch weicht mir aus, wenn ich mich heftig bewege".

Man muss sich also darüber im Klaren sein, dass jeglicher Umgang mit dem Pferd bereits Ausbildung ist. Und genauso sollte er auch praktiziert werden: Umsichtig, durchdacht, konzentriert.

 

Zur Pferdeausbildung gehört als wichtigster Baustein die Bodenarbeit und Erziehungstraining, um einen angenehmen, höflichen Freizeitpartner an seiner Seite zu haben. Denn auf einem problemlosen Umgang im Alltag baut jede weitere Ausbildung auf. Dies kann in kleinem Rahmen auch das Fohlen schon lernen. Weiterführende Bodenarbeit über Hindernisse oder im Gelände beginnt man am besten nach dem Absetzen. Mit zwei Jahren kann das Jungpferd dann die Longe und weitere Trainingsgegenstände wie z.B. einen Longiergurt oder eine Satteldecke kennen lernen. Von längeren Einheiten in höherem Tempo an der Longe sollte aber noch eine ganze Weile Abstand genommen werden, da die engen Kurven das junge Skelett zu sehr belasten würden. Statt dessen kann man Spaziergänge ausweiten oder das Jungpferd als Handpferd mit ins Gelände nehmen.

Ab diesem Zeitpunkt ist es wichtig, auf die individuellen Entwicklungs- und Wachstumsschwankungen des Jungpferdes einzugehen. Pferde, die hinten 10 cm höher sind als vorne, können sich nun mal nicht so flink und geschmeidig bewegen und haben während eines Wachstumsschubs auch mal „unpässliche Tage".

Die Grundausbildung des Jungpferdes beinhaltet wie auch die spätere Ausbildung eines bereits erwachsenen Pferdes die Basisgymnastizierung am Boden, die Balanceschulung an der Longe und die Übertragung dieser Schulung in die Arbeit unter dem Sattel. Beim Jungpferd erfolgt vor der Schulung vom Sattel aus noch die Gewöhnung an die erforderlichen Ausrüstungsgegenstände wie Trense oder gebisslose Zäumung und Sattel. Dies ist bei vorangegangener vertrauensbildender Bodenarbeit meist eine problemlose Sache.

Ab da erfolgt das weitere Training sowohl beim Jungpferd als auch beim erwachsenen Pferd immer nach den individuellen Bedürfnissen des Pferdes. Niemand kann bestimmen, dass ein bestimmter Ausbildungsabschnitt so und so lang dauern darf. Dafür sind die einzelnen Pferde einfach zu verschieden, haben zu unterschiedliche Schwierigkeiten und Lerntempi, als dass man deren Entwicklung in einen „Stundenplan" pressen könnte. Meine Devise ist daher: Immer das ausbilden, was das Pferd auch aufnehmen und umsetzen kann. Das kann beim gleichen Pferd sogar tagesformabhängig unterschiedlich sein. Ein sensibles Pferd profitiert auch mal von einem Schritt zurück in der Ausbildung statt dem straffen „Durchziehen" der weiteren Schritte mit der Gefahr der Überforderung. Genaues Beobachten des tierischen Schülers ist hier Pflicht – beim kleinsten Anzeichen des Missverständnisses, der Überforderung oder auch der Unterforderung muss die Ausbildungsarbeit analysiert, neu überdacht und angepasst werden.

Da mir wichtig ist, dass der Besitzer versteht, was im Pferdekörper und -kopf vor sich geht und sich Lösungswege selbst erschließen und auch umsetzen kann, biete ich keinen Voll-Beritt an. Mein Pferdetraining gestaltet sich in der Regel vielmehr als Ausbildungs-Unterricht für den Pferdebesitzer mit teilweiser Schulung des Pferdes durch mich. Dadurch kann der Besitzer jeden Ausbildungsschritt nachvollziehen, kann die Fortschritte gemeinsam mit seinem Pferd erarbeiten und bekommt kein „bedienfertiges" Pferd, dessen richtige „Bedienung" er dann erst erlernen muss.

Wenn Sie sich für diesen gemeinsamen Weg der Pferdeausbildung entscheiden, bin ich Ihnen in allen Bereichen gerne dabei behilflich!

 

Unter "Ausbildungstagebuch" erhalten Sie einen Einblick in meine Arbeit mit jungen Pferden am Beispiel von Helen mit ihrem Highlandpony-Wallach Liam.

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